"Bereits vor fünf Jahren brachte der gebürtige Wiener Clemens Hofinger Glasmusik nach Grünwald. Das war ein musikalischer Hochgenuß, doch im Hinblick auf das jetzige Konzert nur ein Vorgeschmack. Diesmal hatte Hofinger die Partner, die es ihm ermöglichten, die beiden schönsten Kammermusikwerke mit Glasharmonika zu spielen... Später Mozart, Musik aus der Zauberflöten-Sphäre, und das alles für ein äußerst empfindsames, ätherisch klingendes Instrument! "Überaus schön" war nicht übertrieben. Auch in Grünwald lauschte man hingebungsvoll und fühlte sich zuletzt wie verklärt. Die Ausführung durch Clemens Hofinger (Verrophon), Burkhard Jäckle (Flöte), Hagen Wangeheim (Oboe), Urs Stiehler (Viola) und Helmar Stiehler (Violoncello) war aber auch hinreißend. Ebenso spielten sie (ohne Oboe) das musikalisch Mozart-nahe Quartett des damaligen Dresdener Hofkapellmeisterws Naumann. "Man schwimmt im Wonnegefühl" sagte der schwäbische Publizist Schubart über diese Musik und traf damit ins Schwarze... Hofingers Zugabe war eine Bearbeitung des Preludio aus Bachs dritter Partita für Violine solo. Und damit weckte er beim Grünwalder Publikum noch einmal kindliches Staunen."
Süddeutsche Zeitung, 12.04.02
"ein vielbeachtetes Konzert in der Krypta des Münsters. Sphärenklänge wie Engelsstimmen verzauberten den Sakralraum in ein meditatives Zentrum des Fühlens und Hörens. Ein emotionales Erlebnis der seltenen Art entführte die Zuhörer für eine gute Stunde aus dem Alltag."
Rheinische Post, 17.11.01
"...so konnten sich in der hervorragenden Akustik der
Kapelle die beiden Klangwelten der mehr bodenständigen Laute einerseits und der fast
körperlos schwebende allzeit präsente ätherische Ton der Glasharfe anderseits ideal
miteinander verweben und verschmelzen.- In der MItte des Konzertes standen drei
Originalwerke für die beiden Instrumente, die sowohl die Möglichkeiten der solistisch
gespielten Instrumente wie auch den typischen Klangreiz dieser Duobesetzung vielfältig
beleuchteten. So waren die beiden Instrumentalsolos von Mozart für die Glasharfe und von
Sor für die klassische Gitarre gelungene Vortragsstücke für die beiden Musiker, in
denen sie ihr spieltechnisches und interpretatorisches Können unter Beweis zu stellen
vermochten.
Wolfgang Bargel stellte mit seiner klanglich außerordentlich facettenreichen und dennoch
unaufdringlichen Lauten- und Gitarrenbegleitung den idealen Duopartner dar für die
souverän vorgetragenen meist vielstimmig gesetzten Soloparts von Clemens Hofinger an der
Glasharfe. Durch die gekonnte, vorsichtige Bearbeitung selbst romantischer Kompositionen
und durch das beeindruckende Zusammenspiel der beiden Tonkünstler wurden teilweise auch
völlig neue interpretatorische Zugänge selbst zu so bekannten Stücken wie den
Chopin-Preludes oder der Sicilienn von Fauré am Ende des Konzertes möglich. Das Publikum
dankte ihnen mit überschwänglichen Ovationen und entließ die Künstler erst nach zwei
Zugaben."
Westfalenpost, 24.8.01
"Still zuhören - das ist wohl der beste Umgang mit dieser einzigartigen Musik. Die Glasharfe fordert viel Respekt. Ihr Spiel ist nur mit Fingerspitzendefühl und Konzentration möglich, der Genuß des zarten reinen Klanges auch nur mit Andacht und Ruhe. Die Musik drängt sich nicht auf. Dem ungeduldig Polternden entgehen die feinen dynamischen Abstufungen. Ihm entgeht die Virtuosität - beispielsweise in der Bearbeitung einer Bachschen Cellossuite - mit der Hofinger Läufe und bis zu sechsstimmige Akkorde spielt. ..."
Westfalenpost, 31.12.99
"Bereits mit den ersten Tönen des "Rondeau B-Dur" vom Goethefreund J.F. Reichardt zog der Glasmusiker die Hörer in seinen Bann. Sphärische, fast körperlos zu nennende Klänge durchfluteten den Raum und ließen nicht svon den enormen Anforderungen an den Spieler ahnen...Nahezu mühelos, so schien es, führte der Solist seine Finger wasserbenetzt über die Glasröhren ränder. Geschickt entlockte er dabei - durch unterschiedlichen Fingerdruck variierend - dem Instrument einstimmige Melodien und mehrstimmige Akkorde gleichermaßen... Ein herzlicher Applaus glat den Künstlern am Ende eines außergewöhnlichen Konzertabends, von dem man sich ein baldiges "da capo" wünscht."
Frankenpost, 27.11.98
"... Es war eine Augenweide, Clemens Hofinger zu
beobachten, wie er mit befeuchteten Fingerspitzen die Gläser am oberen Rand äußerst
sensibel berührte und bestrich, man möchte sagen streichelte, und dabei die
charakteristischen Klänge erzeugte. Es war aber auch Genuß, die Musik zu hören, die er
auf diese Weise produzierte. ... Wie Mozarts "Zauberflöte wird die Sonate für
Glasharmonika von Naumann mit einem dreimaligen Akkord eröffnet. Dann fließen die
Melodien sehr lieblich und im Klang der Gläser äußerst zart. Clemens Hofinger
vermittelte das hinreißend. Johann Sebastian Bachs
erste Suite für Violoncello kann er auch auf seiner Glasharfe spielen - seine
Virtuosität ist so erstaunlich wie seine Sensibilität - doch diese Musik sollte er
lieber guten Cellisten überlassen. Dagegen war der Klang der Traversflöte, die er in
einem "Duett für Laute und Travers" zu ersetzen hatte, sehr glücklich
imitiert, man hörte mit nur wenig Phantasie eine Flöte spielen.
Begleitet wurde Clemens Hofinger bei diesem Duett und bei
einem Duo für Laute und Glasharmonika von Naumann von dem Lautenspieler Wolfgang Krois
aus Fürstenfeldbruck. Das war ein Zusammenspiel der Extraklasse im sonst arg
vernachlässigten Piano- und Pianissimobereich."
Süddeutsche Zeitung, 26.11.97
".. Diese Glasmusik werden die Zuhörer der diesjährigen Abendmusik in der Johanniskirche wohl nie vergessen. Schwerelose, glasklare Klänge schweben durch den nüchternen Kirchenraum, an zarte Flötentöne erinnernd, mischen sich mit der nasalen gambenartigen Ansprache der schoppengroßen Gläser in tiefer Lage. Ein Genuß auch, dem Virtuosen zuzusehen. Tief konzentriert agiert er auf etwa 60 Gläsern. Seine Hände tanzen über sie hin, mit sanft kreisenden Bewegungen streichen seine Fingerkuppen sie, eilig oder auch ruhig, zuweilen bringt er mit einer Hand drei Gläser gleichzeitig zum Erklingen. Perlende Klangkaskaden, rasch getupfte jubelnde Läufe..."
Main-Post,2.7.97