Die Glasharfe

Glasharfe, C. Hofinger / S. Reckert 1996


Die Glasharfe wurde von dem ersten Glasmusiker der Moderne, Bruno Hoffmann aus Stuttgart, entwickelt. Sie greift auf die Form des ursprünglichen Glasspiels zurück: Der benetzte Finger kreist über feststehende Glaskelche.

Die Vorteile der Glasharfe gegenüber dem Verrillon sind jedoch zum einen die zweidimensionale Anordnung, die die Beherrschung eines wesentlich größeren Tonumfanges (g-d'''') erlaubt, zum anderen die physikalische Abstimmung der Gläser (Diamantschliff): das Instrument muß (wie die Glasharmonika) nie mehr nachgestimmt werden. Zudem fällt die zumeist durch das Stimmwasser entstehende Dämpfung des Klanges weg.

Der strahlende, gleichwohl zarte Klang der Glasharfe entfaltet sich am besten in den hohen Lagen. Einige Werke der klassischen Literatur für Glasharmonika sind auch auf der Glasharfe spielbar; der große Umfang der Baßgläser führt jedoch zu Einschränkungen im mehrstimmigen Spiel. Besonders geeignet ist das Instrument, v.a. wegen der ungemein raschen Tonansprache, für virtuose einstimmige Passagen - sei es in der (bereits speziell für Glasharfe geschriebenen) modernen Literatur, sei es in Adaptationen virtuoser Werke für andere Instrumente. Auch in der Kammermusik kommt die Glasharfe zum Einsatz; sehr reizvoll ist das Zusammenspiel mit tiefer klingenden Zupfinstrumenten (Laute, Gitarre).